Vom Schmutzwasser zum Nutzwasser
Grundstücksbezogene Schmutzwasseraufbereitung am Beispiel eines Neubauernhauses
Diplomarbeit von Heiko Wonglorz
erste Überlegungen
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Grundlagen zur Steigerung der stofflichen und energetischen Effizienz eines Wohnhauses mit dem damit verbundenen Grundstück zusammenzutragen. Die Vermeidung von Abwasser gewährleistet, dass alles häusliche Schmutzwasser entstehungsnah und verursachergerecht einer wiederholten Nutzung zugeführt werden kann. Eine funktionale Betrachtung des Wassers, des Bodens und des Klimas war Grundvoraussetzung dieses integrierten Ansatzes. Der Verfasser stellte sich der Herausforderung zur funktionalen Betrachtung und leitet daraus ein Konzept zum haushaltzentrierten Ansatz ab.
Durch ein intelligentes Stoffstrommanagement kann Wasser auf kleinstem Raum – so wie in der Natur auch – im Kreislauf geführt werden. Verbleibt das Wasser lokal auf der Fläche leistet es einen ökologischen Beitrag zum Mikroklima. Verdunstung, Kondensation und Niederschlag sind die Folge. In menschlichen Ausscheidungen enthaltene Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium können zu Dünger aufbereitet, gespeichert und bedarfsgerecht auf den Boden ausgebracht werden. Gleiches gilt auch für das pflanzennotwendige Wasser, Entgegen den erheblichen Wasser-, Nähr- und Mineralstoffverlusten der klassischen Abwasserbehandlung und – beseitigung wird bei der Aufbereitung (UpCycling) das durch häuslichen Gebrauch anfallende Schmutzwasser auf eine höhere Produktebene transformiert. Eine Wiederverwendung des Wassers ist auch unter energetischen Gesichtspunkten der Beseitigung vorzuziehen. Eine Mehrfachnutzung des Wassers im Haushalt, unter anderem für die Toilettenspülung und für Reinigungszwecke, versteht sich bei dieser Betrachtungsweise von selbst.
Heute besteht die Möglichkeit, den durch die Trinkwasserentnahme und –transport aufgebrochenen Wasserkreislauf bereits auf dem Grundstück wieder zu schließen. Der Naturhaushalt weist bei der Bereitstellung von Wasser und Energie einen integrativen Charakter auf, wobei der Stoffhaushalt bezüglich seiner Effizienz durch den evolutionären Prozess optimiert wird. Der Lösungsansatz ist hier, wie in der Natur, die Stoff- und Energietransformation raum- und flächengebunden und in kleinen, zellularen Strukturen durchzuführen (z.B. Wasser-, Energie- und Nahrungsmittelproduktion). Wasser, Nähr- und Mineralstoffe sollen weitestgehend ortsfest bleiben, um die stoffliche Integrität des Grundstücks zu sichern.
Unter der Prämisse „So effizient wie möglich, so autark wie nötig“ wird im Ergebnis dieser Arbeit ein erster Ansatz zur quasiautarken, zellularen Struktur gezeigt. Haushaltszentrierte und kurzgeschlossene Wasser- und Stoffkreisläufe bilden bei diesem Ansatz das Konzeptfundament.